So. 11. Juli 2027
16.00 Uhr - 17.15 Uhr
Elektra Tonquartier
Tod
Meditationen über Musik mit Navid Kermani
Peter-Andreas Hassiepen

Navid Kermani im Bergson: Tod

Navid Kermani ist einer der führenden Intellektuellen des deutschen Sprachraums. Als Schriftsteller wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, z. B. dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, dem Kleist-Preis oder dem Thomas-Mann-Preis. Im Bergson Kunstkraftwerk liest er in einer vierteiligen Reihe aus eigenen, von ihm selbst ausgewählten Texten und reflektiert dabei über die Themen Geburt, Liebe, Freiheit und Tod.

 

Letzterer bildet mit diesem Konzert den Abschluss und mit ihm zwei der eindrucksvollsten und existenziellsten Werke der Kammermusik, gespielt von den Bergson Artists.

 

Franz Schubert schrieb sein Streichquartett „Der Tod und das Mädchen“ mit 27 Jahren, erkrankt an Syphilis, im Angesicht des Todes. Im Zentrum steht ein Variationensatz über sein gleichnamiges Lied. Darin bittet ein junges Mädchen den Tod: „Vorüber! Ach vorüber!“ Der Tod antwortet überraschend sanft: „Sei guten Muts! Ich bin nicht wild.“ Schubert übernimmt genau diese ruhige Melodie als Ausgangspunkt der Variationen. Der Tod erscheint hier nicht als Schreckgestalt, sondern beinahe als Tröster.

 

Auch das 8. Streichquartett von Dmitri Schostakowitsch ist eine persönliche Auseinandersetzung mit dem Lebensende. Offiziell ist das Werk „den Opfern von Faschismus und Krieg“ gewidmet. Darüber hinaus ist es aber viel mehr eine Art eigenes musikalisches Requiem, wie er selbst formulierte: „Ich dachte darüber nach, dass, sollte ich irgendwann einmal sterben, kaum jemand ein Werk schreiben wird, das meinem Andenken gewidmet ist. Deshalb habe ich beschlossen, selbst etwas Derartiges zu schreiben. Man könnte auf seinen Einband auch schreiben: ‚Gewidmet dem Andenken des Komponisten dieses Quartetts‘.“

 

Fast das gesamte Quartett basiert auf vier Tönen: D – Es – C – H. Also nichts weniger als die Initialen Dmitri Schostakowitschs: D. Sch.

 

Auffallend sind auch die ständigen Zitate aus eigenen Werken. Es wirkt, als schreibe er seine musikalische Autobiografie.

 

Der Schluss wirkt programmatisch. Er verklingt leise, nur das DSCH-Motiv bleibt übrig. Fast so, als würde der Komponist langsam verschwinden.

Programm

Musik:

 

Auszüge aus

 

Franz Schubert: Streichquartett d-Moll, D 810 („Der Tod und das Mädchen“)

 

Dmitri Schostakowitsch: 8. Streichquartett c-Moll op. 110

Besetzung

Navid Kermani, Texte

 

Bergson Artists

Einlass und Tickets

Einlass: 15:30 Uhr

Begin: 16:00 Uhr

Ende: 17:15 Uhr

 

Support-Price Ticket: 56

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Fair-Price Ticket: 44

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Social-Price Ticket: 28

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Kombiticket für alle vier Veranstaltungen: 140 Euro