Bergson Voices und Bergson Phil’ präsentieren Mahler & Fauré zu Allerheiligen
Traditionell ist Allerheiligen ein Anlass, innezuhalten, Leben und Tod zu reflektieren. Wir machen das in diesem Programm musikalisch. Es wird eröffnet vom vielleicht verstörendsten Werk der Musikgeschichte: den Kindertotenliedern von Gustav Mahler. Dieser Zyklus basiert auf Gedichten von Friedrich Rückert. Nachdem zwei seiner Kinder an Scharlach gestorben waren, versuchte er verzweifelt, mit diesem Verlust fertig zu werden, und schrieb nicht weniger als 428 solcher Kindertotenlieder. Mahler wählte fünf von ihnen aus. Seine Frau Alma war irritiert, ihr war das Unterfangen unheimlich. Sie konnte nicht begreifen, wie ihr Mann Lieder auf solche Texte komponieren konnte, während seine eigenen Kinder fröhlich im Garten umhersprangen und er sie glücklich in die Arme nehmen und küssen konnte. Der kaum fassbare Schluss dieser Geschichte: Drei Jahre nach der Komposition starb Mahlers Tochter tatsächlich. Gustav schrieb danach ein erschütterndes Selbstzeugnis. Er betonte, dass er sich vorstellen musste, wie es sei, wenn das eigene Kind stirbt. Nach dem tatsächlichen Tod seiner Tochter hätte er diese Lieder niemals schreiben können.
Johannes X. Schachtner hat ein Arrangement für Streichorchester verfasst, das mit dem Solobariton die Gefühlswelt dieser Musik eindrücklich erlebbar macht: Einsamkeit, Erinnerungen, Sprachlosigkeit und Hoffnung.
Hoffnung kennzeichnet auch die musikalische Atmosphäre des Requiems von Gabriel Fauré. Es ist vermutlich die friedlichste, versöhnlichste Totenmesse überhaupt. Denn anders als bei den berühmten Vertonungen von Mozart, Verdi, Berlioz und Co., die die Gewalt und den Schrecken des Weltgerichts thematisieren, sah Fauré den Tod als glückliche Erlösung. Das „Dies irae“, der „Tag des Zorns“, kommt in seiner Komposition kaum vor. Und an den Schluss stellt er passenderweise das „In Paradisum“, das von den Engeln singt, die die verstorbene Person in den Himmel geleiten mögen.
Etwas zugespitzt könnte man zusammenfassen: Mahler fragt, wie man mit Verlust lebt. Fauré antwortet, worauf man hoffen darf.
Besetzung:
Bariton: NN
Bergson Voices
Bergson Phil’
Musikalische Leitung: Johannes X. Schachtner
Einlass und Tickets
Einlass 15:30 Uhr
Beginn: 16:00 Uhr
Ende: ca. 17:15 Uhr
Fair-Price Ticket: 44€
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