Illia Ovcharenko im Bergson: Beethovens 5. und 8. Symphonie
Sie sind vermutlich das Schwerste, was man auf dem Klavier spielen kann: die neun Symphonien von Ludwig van Beethoven in der Bearbeitung von Franz Liszt. Nur ein genialer Pianist, einer der größten Virtuosen aller Zeiten wie Franz Liszt, konnte es wagen, so große symphonische Werke auf das Klavier zu übertragen. Denn was sonst 60, 70 Musiker:innen spielen, müssen hier zehn Finger leisten. Und Liszt, der keine technischen Grenzen kannte, tobte sich entsprechend aus. Die enormen Ansprüche der Bearbeitungen sind der Hauptgrund, dass man quasi nie den gesamten Zyklus aller neun Symphonien erleben kann. Anlässlich des 200. Todestags des Komponisten präsentiert das Bergson Kunstkraftwerk diese Rarität. Gespielt wird sie von den besten jungen Pianist:innen unserer Zeit: von Steinway Prizewinners, die großteils schon im Bergson gastiert haben und nun wiederkehren.
Mit erst 25 Jahren ist Illia Ovcharenko Preisträger etlicher hochkarätiger Wettbewerbe: Busoni, Horowitz, Honens, Kissinger Klavierolymp. 2025 spielte der Ukrainer einen Satz aus Beethovens 7. Symphonie, diesmal präsentiert er mit der Fünften eines der berühmtesten Werke überhaupt mit dem Thema aller Themen: da-da-da-daaaa. Doch nicht nur das: Die 5. Symphonie ist wohl die schwierigste des gesamten Zyklus. Franz Liszt verlangt dem Pianisten alles ab, der monumentale Tutti, feinste Holzbläserstimmen und gewaltige Steigerungen gleichzeitig hörbar machen muss.
Die folgende 8. Symphonie steht dazu in Kontrast, ist sie doch eines der witzigsten Werke Beethovens. Immer wieder spielt er mit den Erwartungen der Zuhörer:innen, überrascht mit plötzlichen Akzenten, rhythmischen Pointen und musikalischen Scherzen. Federnd, transparent und voller Esprit muss da das Klavier klingen.
Denn Liszt wollte, egal ob bei der klangsatten Fünften oder der transparenten Achten, nie den plumpen Effekt. Sein Ziel war es, dass das Publikum vergisst, nur ein Klavier zu hören, und stattdessen das Orchester im Kopf entstehen lässt. Und so hast Du bei diesem Zyklus in gewisser Weise immer zwei Konzerte in einem: Du hörst Beethoven – und zugleich erlebst Du Liszt als genialen Übersetzer, der aus einem Klavier ein imaginäres Orchester macht. Gerade darin liegt bis heute die Faszination dieser Werke.
Weitere Termine:
06.06.2027: Su Yeon Kim und Jae-Yeon Won spielen die Symphonien Nr. 6 und 7
18.07.2027: Su Yeon Kim und Jae-Yeon Won spielen die Symphonie Nr. 9
Besetzung
Illia Ovcharenko, Klavier
Einlass und Tickets
Einlass 18:30 Uhr
Beginn: 19:00 Uhr
Ende: 20:15 Uhr
Fair-Price Ticket: 44€
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