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An „sinnliche Schwebezustände, den Rausch des freien Falls und das Dahingleiten über weite Flächen“ erinnert Deutschlandfunk Kultur die Musik des Pulsar Trios, eine auch auf das aktuelle vierte Studioalbum „We Smell in Stereo“ äußerst gut passende Beschreibung. Sein Cover zieren Haie, denn Haie riechen nicht in Mono, ihr Geruchssinn funktioniert in Stereo.
Dieses Trio agiert instinktiv wie ein einziger Organismus. Seine außergewöhnliche und wohl einzigartige Besetzung aus Aaron Christ (Schlagzeug, Percussion), Beate Wein (Klavier, Synthesizer) und Matyas Wolter (Sitar, Surbahar - das sind gezupfte Langhalslauten der nordindischen klassischen Musik) ermöglicht beständig musikalisches Neuland auszuloten. Das kann in Gestalt einer komplexen, altindischen Kompositionsform namens „Dhrupad“ daherkommen, die dem Titelsong zugrunde liegt, und in der Bearbeitung der drei ein komplett anderes Antlitz bekommt – oder der Einsatz einer Bass-Sitar namens Surbahar statt eines Kontrabasses, mehr Elektronik als zuvor und mehr direkte Entlehnungen aus dem klassischen Raga-Repertoire.
Dieses Konzert ist verspielt und virtuos, zwischen instrumentaler Ekstase, intimer Introspektion und feinfühligen Klangexperimenten, eine Fusion dreier individueller musikalischer Charaktere mit ganz unterschiedlichen Prägungen, die vom Pop mit großer Geste, über DDR-Punk und Noise, Jazz, Bach, Minimal Music bis zur klassischen Sitar-Tradition aus Indien reicht.