So. 11. Jan. 2026
11.00 Uhr - 12.00 Uhr
Beletage
Chorkonzert in der imposanten Kesselhalle: Anfang und Ende
Das Walkenried Consort mit Musik von Copland, Schumann u.a.
Das Walkenried Consort mit Musik von Copland, Schumann u.a.
Chorkonzert in der imposanten Kesselhalle: Anfang und Ende

Nutze die Gelegenheit und erlebe junge Stimmen in der herrlichen Akustik unseres gigantischen Atriums, der ehemaligen Kesselhalle des Heizwerks. Das Walkenried Consort ist ein professionelles Vokalensemble, das 2017 im Kloster Walkenried im Harz gegründet wurde. Seitdem vereint es junge Sänger:innen aus ganz Deutschland, die verbunden sind durch die Liebe zur Interpretation anspruchsvoller Chormusik auf höchstem Niveau.

 

Im Bergson Kunstkraftwerk präsentieren sie ein Programm, das musikalisch wie thematisch mit einem echten Neuanfang beginnt: Aaron Coplands „In the Beginning“. Der amerikanische Komponist, bekannt für seine zugängliche, fast filmisch-weite Tonsprache, vertont hier den Anfang der Schöpfungsgeschichte als fast jazzig anmutenden, sakral strahlenden Chor-Einstieg. Ein Werk, das zwischen Himmel und Erde vermittelt.

 

Kontrastreich, aber nicht weniger eindringlich ist Eric Whitacres „When David Heard“, ein Klagegesang von hypnotischer Schönheit. Whitacre, Shootingstar der amerikanischen Chormusik, komponierte das Werk nach einem persönlichen Schicksalsschlag. Seine dichten Akkorde, das langsame Fortschreiten, die auskomponierte Trauer machen dieses Stück zu einem emotionalen Höhepunkt des Tages.

 

Arvo Pärt antwortet auf diese Expressivität mit Reduktion. Sein Werk „Which was the Son of…“ besteht fast ausschließlich aus Namensfolgen – dem Stammbaum Jesu, wie ihn das Lukasevangelium überliefert. Doch durch Pärts unverwechselbare, minimalistische, meditative Klangsprache von großer innerer Spannung werden aus Namen Klang-Ikonen.

 

Rudolf Mauersberger, der legendäre Leiter des Kreuzchors, komponierte „Wie liegt die Stadt so wüst“ kurz nach der Bombardierung Dresdens im Jahr 1945. Folgerichtig ist diese Motette ein musikalischer Aufschrei, ein Klagegebet – und ein beeindruckendes Zeugnis der deutschen Nachkriegsgeschichte. Wenn der Chor hier singt, wird Geschichte hörbar: Schmerz, Fassungslosigkeit, aber auch der Versuch von Trost.

 

Robert Schumann bildet mit „An die Sterne“ schließlich den zarten Abschluss. Die romantische Motette aus op. 141 hebt den Blick in den Nachthimmel, in eine Welt jenseits des Irdischen. Hoffnung, Poesie und ein letzter, lichter Moment.

 

Dieses Konzert ist ein Gang durch Emotionen und Epochen, durch Geschichte und Gegenwart. Eine Reflexion vom Anfang und Ende.

Besetzung

Walkenried Consort

Clayton Bowman, Dirigent

Programm

Aaron Copland (1900–1990)
In the Beginning (1947)

 

Eric Whitacre (geb. 1970)
When David Heard (1999)

 

Arvo Pärt (geb. 1935)
Which was the Son of... (2000)

 

Rudolf Mauersberger (1889–1971)
Wie liegt die Stadt so wüst, RMWV 4/1

 

Robert Schumann (1810–1856)
An die Sterne, aus Drei Motetten, op. 141

Einlass 10.30 Uhr
Beginn: 11:00 Uhr
Ende: 12:00 Uhr

 

Tickets: 15 EUR

U14 Tickets: 5 EUR