Was passiert, wenn rund 50 der besten jungen Stimmen Deutschlands zusammenkommen, um mitreißende Chormusik auf höchstem Niveau zu gestalten? Wenn Renaissance auf Klangexperimente trifft, Mahler auf Percussion, die Liebe auf das Leben? Dann ist der Bundesjugendchor zu Gast im Bergson Kunstkraftwerk – mit einem Programm, das den Bogen von Josquin Desprez bis Caroline Shaw spannt. Klanglich virtuos, emotional vielstimmig und voller Poesie.
Der Bundesjugendchor, gegründet 2021 unter dem Dach des Deutschen Musikrats, hat sich seitdem als Aushängeschild junger deutscher Chormusik etabliert. Das Ensemble erarbeitet anspruchsvolle Programme, die regelmäßig auf renommierten Bühnen wie der Elbphilharmonie oder der Philharmonie Berlin begeistern. Dieser Chor steht für Offenheit, Exzellenz – und für eine neue Generation des Musizierens.
Mit dem aktuellen Programm „Liebe und Leben. Poetische Klangwelten von Josquin und Mahler bis Shaw“ lädt der Chor zu einer außergewöhnlichen Reise durch Zeiten, Stile und Seelenzustände ein. Josquin Desprez’ 24-stimmiger Kanon „Qui habitat in adjutorio“ – ein Meisterwerk der Vokalpolyphonie – eröffnet den Abend wie ein musikalisches Mandala: komplex, meditativ, überirdisch schön.
Ganz anders, doch ebenso ergreifend: Gustav Mahlers „Die zwei blauen Augen“, in der ebenso zarten wie dichten 16-stimmigen A-cappella-Bearbeitung von Clytus Gottwald. Hier wird der Schmerz des Loslassens zur flirrenden Chorfantasie, der romantische Weltschmerz zur vokalen Sternenkarte.
Der Sprung in die Gegenwart gelingt mit Caroline Shaws Ochre, einem Werk, das auf Texte von Goethe, Tennyson, Josquin und der Komponistin selbst zurückgreift. Es ist ein klangliches Sediment aus Sprache, Rhythmus und Farbe – inspiriert von Eisenmineralien, die hier zu einer musikalischen Geologie des Empfindens verschmelzen. Zwischen den Sätzen: Improvisationen für Chor und Percussion mit Nora Thiele – ein Dialog zwischen Stimme, Körper und Raum.
Abschließend öffnet Jean-Yves Daniel-Lesurs Le Cantique des Cantiques das klangliche Tor zu einer ekstatischen Dichtung über die Liebe. Die Vertonung des alttestamentarischen Hohelieds ist ein expressives Werk voller Sinnlichkeit, spiritueller Tiefe und französischer Klangraffinesse.
Ein Abend, der zeigt, was vokale Kunst heute sein kann: hochintelligent und zutiefst berührend.
Besetzung:
Bundesjugendchor
Florian Benfer, Leitung
Nora Thiele, Percussion
Programm:
Josquin Desprez (c.1440-1521) Qui habitat in adjutorio
Kanon für 24 Stimmen
Gustav Mahler (1860-1911) Die zwei blauen Augen
Aus: Lieder eines fahrenden Gesellen, bearbeitet für 16 Stimmen a cappella von Clytus Gottwald
Caroline Shaw (*1982) Ochre (2022)
für Chor und Percussion; Texte aus verschiedenen Quellen von Johann Wolfgang von Goethe, Alfred Tennyson, Josquin Desprez und Caroline Shaw
I Siderite II Limonite III Maghemite IV Magnetite V Hematite VI Vivianite VII Geothite
Bundesjugendchor & Nora Thiele Resonanz
Improvisation für Percussion zwischen Stimme, Körper und Raum
Jean-Yves Daniel-Lesur (1908–2002) Le Cantique des Cantiques (1952)
I Dialogue II La Voix du Bien-aimé III Le Songe IV Le Roi Salomon V Le Jardin clos VI La Sulamite VII Epithalame
Einlass 15:30 Uhr
Beginn: 16:00 Uhr
Ende: 17:15 Uhr
Support-Price Ticket: 56€
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