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Eine kleine Sensation im Bergson

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Im Werden

Autor

Hans Fuchs

Unsere Untermieterin: Die Mopsfledermaus

Seit Jahrzehnten galt die Mopsfledermaus in München als ausgestorben. Umso größer die Überraschung, als der Keller des Bergson gleich ein ganzes Quartett der seltenen Art offenbarte. Der Winzling versteht es meisterhaft, den Bauherren viel Arbeit und noch mehr Freude zu bereiten. Neben der Mopsfledermaus geben sich auf dem Gelände viele seltene Tiere und Pflanzen die Ehre – und sie genießen sämtlich ein uneingeschränktes Bleiberecht.

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Zwei kleine Mopsfledermäuse eingekuschelt im Bergson Gewölbe

Ein Fledermaus-Paradies inklusive Schmetterlings-Buffet, Schwimmbad und Disco

„Es wäre widersinnig, mit dem Bergson für Denkmalpflege und kulturelle Vielfalt einzutreten, aber den Naturschutz zu vernachlässigen“, erklärt Christian Amberger und sein Bruder Michael ergänzt: „Wir sind im Umkreis von 50 Kilometern die einzigen, die eine Mopsfledermaus haben. Das ist eine Sensation.“ Landschaftsarchitekt Matthias Schwahn schuf mit dem neuen Biotop an der Westseite des riesigen Grundstückes ein Paradies für Eidechsen, Wildbienen, Vögel und Frösche. „Ein solches Engagement seitens der Bauherren ist noch seltener als die Fledermaus selbst“, lobt Schwahn. Er siedelte außerdem Schmetterlingsarten an, die den Fledermäusen als Jagdbeute dienen können. Die Mopsfledermaus darf sich neben dem Schmetterlings-Buffet über eine private Suite inklusive Bar und Diskothek freuen.

 

Ausgezeichnetes Engagement zum Schutz der Mopsfledermaus

„Ihr großzügiges Kellerabteil erlaubt zur Paarungszeit sogar Verfolgungsflüge“, erklärt Matthias Schwahn. „Das ist die Fledermaus-Disco, der Sound spielt sich allerdings im Ultraschallbereich ab.“ In den Boden eingelassen wurde zudem ein Wasserbecken mit über fünf Metern Länge, das den Tieren als Tränke und Luftbefeuchter dient. Allguth wurde vom Referat für Gesundheit und Umwelt sowie dem Landesbund für Vogelschutz für das besondere Engagement zum Schutz der Mopsfledermaus ausgezeichnet.

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Zum Schutz vor der Baustelle wurden Übergangsbehausungen errichtet
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Eigener VIP-Ein- & Ausgang zum großzügigen Kellerabteil

Fledermaus-Ortung mit Bat-Detektor im Biergarten

Bleibt die Frage, ob die Münchner die seltene Mopsfledermaus auch selbst erleben können. „Sie zu sehen ist schwer, weil sie in der Dunkelheit jagt“, erklärt Matthias Schwahn. „Aber wer später im Biergarten statt seines Handys einen Bat-Detektor auf den Tisch legt, hat im Spätsommer die Chance, dass ihre Ultraschall-Rufe sie verraten, wenn sie heimlich an einem vorbeisaust.“

 

Faktenbox

Lateinisch: Barbastella barbastellus. Der Name Mopsfledermaus bezieht sich auf ihre unverwechselbare mopsartige Schnauze. Das nachtaktive Tier kann eine Größe bis zu 5,8 Zentimeter mit einer Spannweite bis 29 Zentimeter erreichen. Ihr Höchstgewicht liegt bei ca. 13 Gramm, sie kann bis zu 22 Jahre alt werden. Im Bergson erhielt der Keller kurzerhand den klangvollen Namen der kleinen Untermieterin: Barbastelle.

 

Fotos © Kerstin Scheller-Kieburg